Arbeitslosigkeit und Soziale Medien
Das mcm Institut untersucht in Zusammenarbeit mit der deutschen Bundesagentur für Arbeit, wie Soziale Medien für die Bewältigung von Arbeitslosigkeit und den Wiedereinstieg ins Berufsleben genutzt werden können. Das zweijährige Forschungsprojekt geht soeben in die quantitative Feldphase.
Die fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche verlangt von allen sozialen Schichten neue Medienkompetenzen, sei es im privaten Kontext, am Arbeitsplatz oder bei der Arbeitssuche. Gesellschaftlich benachteiligte Gruppen, wie Erwerbslose, werden jedoch besonders herausgefordert, sofern sie an dieser digitalisierten Gesellschaft teilhaben wollen.
Vor diesem Hintergrund untersucht das Forschungsprojekt "Arbeitslos 2.0", wie Soziale Medien die Art und Weise der Bewältigung von Arbeitslosigkeit und des Wiedereinstieges in eine Erwerbsposition verändern und gegebenenfalls erleichtern können. Mit Hilfe eines kombinierten Vorgehens, bestehend aus qualitativen Interviews, Tagebüchern und quantitativen Telefoninterviews, identifizieren wir dabei die Internet-Nutzungsmuster, -kompetenzen, -kontexte und das soziale Umfeld von Arbeitssuchenden. Unser Ziel ist es, die Nutzungspotenziale des Internet im Hinblick auf Arbeitssuche und Inklusion sichtbar zu machen.
Das zweijährige Forschungsprojekt unterteilt sich in eine qualitative und in eine quantitative Phase - im Rahmen der qualitativen Untersuchung wurden im vergangenen Jahr bereits halbstandardisierte Interviews mit Erwerbslosen unterschiedlichen Alters in vier ausgewählten Arbeitsagenturen geführt. Neben Fragen zur persönlichen Situation der Arbeitslosigkeit, der Einstellung gegenüber Sozialen Medien, der eigenen Aktivitäten im Internet sowie der dabei auftretenden Emotionen kam auch ein Internet-Tagebuch zum Einsatz, welches von den Interviewten über den Zeitraum von zwei Wochen geführt wurde.
Aufbauend auf diesen Erfahrungen beginnen wir nun mit der quantitativen Telefonbefragung zufällig ausgewählter Erwerbsloser. Auf dieser Grundlage hoffen wir, zusammen mit unserem Forschungspartner, der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitssuchende besser dabei zu unterstützen, die Herausforderungen zu bewältigen, welche durch die neuen Medien entstehen.